Crash Tokio: We are plastic
Erdbeben entstehen, wenn sich verschiedene tektonische Platten gegeneinander schieben und dabei einen so großen Druck aufbauen, daß sich dieser irgendwann entladen muß. In Japan geschieht dies auffallend oft. Und wenn in der Hauptstadt Tokio mal gerade nicht der Boden wackelt, kommt irgendein riesengroßes Mutantenmonster an und betreibt Innenstadtkosmetik.
Crash Tokio klingen zwar nicht unbedingt wie eine zerstörerische Naturgewalt, aber wie eine verdammt gute Indieband: Verzerrte Gitarren, treibendes Schlagzeug und jede Menge hymnischer Gesang.
Anders als ihre Freunde von Readymade oder Miles fallen Crash Tokio aber nicht gleich mit der Tür ins Haus. Die Melodien brauchen ihre Zeit, und nach mehrmaligem intensiven Hören von "We are plastic" wird der Zuhörer mitgenommen in ein Indie-Wunderland, in dem auch schon mal elektrische Spielereien oder ein Kinderchor des Weges kommen. Und spätestens, wenn mit "All stars are set" eine finale Ballade auf den Hörer losgelassen wird, hinterlässt das Album merkliche Spuren in Herz und Hirn. Aber man braucht sie ja nicht gleich zwischen die Brusthaare zu ritzen.
Die Limited Edition CD enthält zusätzlich eine Bonus DVD mit 9 Videos und einem Bonustrack.