Die Sterne: Räuber und Gedärm
Auch auf dem achten Album machen Die Sterne nichts anders, aber alles so gut wie nie. Wieder geht es um Opposition. Doch während „Das Weltall ist zu weit" zuletzt ein programmatisches Wir-Gefühl zum Widerstand hochstilisierte, attakieren Frank Spilkers Texte die gesellschaftlich-politische Lage jetzt von allen Seiten: mit Wortspielen, doppeltem Boden und viel Abstraktion. Musikalisch setzten die vier Hamburger alles auf den Bandgedanken und fügten in zwei Trainingslagern die unterschiedlichen Vorlieben zusammen. Mit Erfolg, denn noch nie schafften sie so unwiderstehliche Popmelodien, ohne dabei gleichzeitig an Schmiss zu verlieren. Und auf die nötigen Irritationen war bei den Sternen ohnehin immer Verlass. Konnte der Vorgänger vielleicht wohlwollend ignoriert werden, bei ihrem bisher besten Album ist das unmöglich. Intelligenter groovt und rockt in Deutschland zur Zeit niemand durch die Indiediskos.