Klaus Lemke: Paul
Für uns einer der imposantesten deutschen Filme, die je gedreht wurden. 1974 nahm Lemke mit diesem wüsten, in all seiner improvisierten Kraft einmaligen Film vieles von dem vorweg, was später in der Dogma 95-Bewegung Weltruhm erlangen sollte.
Es gibt begnadete Szenen vom unberechenbaren (und oft wahnsinnig komischen) Hauptdarsteller Paul Lys, der schon in "Rocker" sein schauspielerisches Talent bewies. In "Paul" läuft er sturzbetrunken regelrecht Amok. Unerreicht genial!
Story: Nach sieben Jahren Knast wird Paul (Paul Lyss) entlassen. Mit den alten Ludenfreunden feiert er seine Rückkehr. Doch statt endlich die Schulden zu begleichen, versucht ihn ein Zuhälter mit breiten Koteletten zu erschießen, gerade als er sich mit zwei leichten Mädchen vergnügt. Es gelingt ihm zu entkommen. Genervt flippt er auf einer Party reicher Leute an der Elbchaussee aus. Mit einer scharfen Maschinenpistole kehrt er schließlich zum Hans-Albers-Platz zurück, um sein Geld einzutreiben...
„Die Maschinenpistole war echt. Wer bei der Bundeswehr war, hört, dass wir keine Platzpatronen verwendet haben“. (Klaus Lemke)
Dank einer Handkamera im besten „Dogma 95“-Stil überträgt sich die nervöse Spannung unmittelbar auf den Zuschauer und reißt ihn schließlich in den Strudel der Ereignisse. Mit "Paul" kehrte Lemke nach nur zwei Jahren auf den Kiez zurück und trieb die "Rocker" Stars Paul Lyss und Jimmy Braker zu neuen Höchstleistungen.
OT: Paul
Deutschland 1974
Darsteller: Paul Lyss, Sylvie Winter, Friedhelm Lehmann, Jimmy Braker
Regie: Klaus Lemke