Kommando Sonne-nmilch: Der Specht baut keine Häuser mehr

ALS VINYL IM DICKEN KLAPPCOVER WIEDER DA!!!

Kastanien wird es in ein paar Jahren in Deutschland kaum noch geben, steckte mir unlängst ein befreundeter Biologe. Zumindest in den Städten haben die meisten einen Pilz, der ihnen den schleichenden Tod bringt. Wenn Sie bei dieser Info schlucken müssen, weil Sie dieses beschissene Gefühl kennen, wenn alles den Bach runtergeht, Sie sich aber trotzdem keineswegs mit Natur-Sektierern oder Kulturpessimisten gemein machen wollen, dann haben Sie das richtige Sensorium für die zweite Platte von Kommando Sonne-nmilch.

Wer dieses buntgescheckte Kommandokollektiv genau ist, tut wenig zur Sache. Allein dass das tätowierte Viech Jens Rachhut (of u.a. Oma Hans-, Dackelblut-Fame) hier wieder für den Löwenanteil der Texte/des Spirits verantwortlich zeichnet, muss man wissen. Denn seine ureigene Mischung aus sägendem Nerv, ausgelebtem Trieb, tausendprozentigem Punk (im Geiste), imperativer Wut, bissigen Freiheitswillen und norddeutschem Humor (eingestreute Kurz-Adaptionen von Besuffski-Liedgut!) macht aus dieser Platte einen unsagbar geilen Klotz. Dazu kommen musikalisch der hippiefreie Kollektivgedanke (zwischen freiem New Noise und weirdem Elektronikwahnsinn bis zu wunderbaren Liebeslieder und poetischsten Melodien ist alles dabei!) und politisch/ästhetisch allerfeinste Verklausulierungen und bezugreiche Anspielungen zuhauf.

Atemberaubend, welche Wucht diese zusammengebabbte Mischung hat. Reine Wonne kommt auf, wie sich hier Lyrik mit Brachialität paart. Kurz: Eine scheißegute Platte, die alles aus D mit links wegfegt.

Freunde der Tierwelt kommen übrigens besonders auf ihre Kosten!

 

Den Track V-200 gibt’s HIER für lau (Download MP3 ca. 4,0MB)

 

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