Superpunk: Einmal Superpunk, bitte
Wer sich einen Erwartungen weckenden Titel wie "Einmal Superpunk, bitte!" auf das Albumcover druckt, der muss schon Gas geben. Und Superpunk geben richtig Gas. Je stabiler das Bandgefüge der Hamburger geworden ist, desto ruckelfreier bewegen sie sich. Immer schön im oberen Drehzahlbereich flitzen die super Nicht-Punks durch Nothern Soul und Beat-Musik, als gelte es, The Jam, Dexys Midnight Runners oder Style Council zu überholen. Jedes einzelne Lied ist tanzbar, nicht unbedingt eine Stärke der Hamburger Musikszene. Einen weiteren Unterschied bilden die Texte: Die Buchstabenketten werden nicht bedeutungsvoll in Blei gegossen, was nicht bedeutet, dass sie innen hohl sind. Superpunk thematisieren Probleme mit klaren Worten, Bildern und Humor. Mal wird vom Traum erzählt, endlich etwas Großes zu leisten ("Die Bismarck"), an Hamburg gezweifelt ("Raus aus dieser Stadt") oder politisches Unwohlsein ("Zeit der eisernen Hand") zum Ausdruck gebracht. Der Zeigefinger bleibt unten, Superpunk sind keine Moralapostel oder Agitatoren. Sie bringen den Blue-Eyed-Soul gradlinig und trocken zum Rocken wie keine andere Gruppe in der Republik.