Superpunk: Wasser marsch!
Diese Charme-Wuchtbrumme von einem Album erfüllt gleich drei Wünsche auf einmal: Man kann sich die schlauen politischen und gesellschaftskritischen Ansätze in den Texten von Raukehlchen Carsten Friedrichs zu Gemüte führen. Über den herrlich augenzwinkernd-anarchischen, dann wieder wunderbar hintergründigen Witz grinsen, mit dem er linke Klischees jongliert und Lieder mit Titeln wie "Man kann einen ehrlichen Mann nicht in die Knie zwingen", "Auf ein Wort, Herr Fabrikant", "Diese Welt ist nicht für mich gemacht" vollpackt. Oder einfach zum bläsergetriebenen, frisch-schroffen Soul-Stampf-Sound der Hamburger Rechtsnachfolger von Dexy's Midnight Runners das Hinterteil schütteln. Oder alles auf einmal, bis der Arzt kommt oder die Repeat-Funktion des CD-Players greift. Wie forderten Public Enemy einst so treffend: Party for your right to fight!