Tilman Rossmy: Willkommen Zuhause
Der ehemalige REGIERUNGs-Präsident hat sein Kabinett aufgelöst. 'Unten' heißt das Vermächtnis ROSSMYs Essener Kapelle, deren Split der Songwriter im Herbst ‘94 vollzog. Sein erstes Solo-Album entstand unter der Regie des Schlagerfans BERND BEGEMANN. Er stellte für ROSSMY eine hochkarätige Band mit versierten Instrumentalisten zusammen und schuf so das Fundament für die sicher ausgewogenste und reifeste Arbeit, die der introvertierte Sänger in gut zwölf aktiven Jahren als Musiker vorgelegt hat. Auf 'Willkommen Zuhause' ist alles richtig gemacht worden. ROSSMYs Stimme ist allgegenwärtig, sie hat Resonanz und Flair. Die Rhythmusgruppe spielt auf den Punkt. Das Piano untermalt locker-spritzig, die Gitarren-fill-ins sind zurückhaltend perfekt. TILMAN ROSSMY ist zum kompletten Songschreiber geworden.
TR: "Also entschloss ich mich zu einer Solokarriere, ich hab ein paar Auftritte allein absolviert, die allesamt zwischen geht so und traumatisch abliefen. Trotzdem hab ich in dieser Zeit den Schritt zum professionellen Musiker gemacht, was allerdings erstmal jede Menge Studentenjobs bedeutete... Aber da war so eine Eldorado Stimmung in der Hamburger Szene, die Sterne waren bei der Sony untergekommen, und Carol bot mich überall bei den grossen Plattenfirmen an, Vorschuss mindestens 200 000 Mark, komischerweise wollte niemand zuschlagen, aber das war nur eine Frage der Zeit.
Da ich jetzt allein war musste auch ein Produzent her, jemand hatte L'age d'or erzählt, dass Howe Gelb ein grosser Regierungs Fan sei, also sind wir zu ihm hin und haben ihn gefragt, aber er hatte noch nie was von uns gehört, war sehr kauzig und sagte: "If you want a producer you wouldn't want me" und damit war die Sache erledigt. Da das Album ziemlich Country beeinflusst werden sollte, hab ich dann die Hamburger Country Experten, wie Detlef Diedrichsen, Tex und Thomas Wenzel gefragt, die waren auch interesssiert, aber immer so Hamburgerisch mässig interessiert, if you know what I mean, und eines abends bin ich nach Hause gegangen und hab mir gedacht, ich wünschte es gebe jemanden, der diese Platte genauso dringend machen will, wie ich selbst, und da fiel mir ein dass es so jemanden gab, Bernd Begemann, der mir schon eine ganze Zeit lang seine Dienste angeboten hatte.
Lado war nicht so super begeistert, schätz ich mal, aber das waren Zeiten, in denen künstlerische Freiheit noch einen guten Namen hatte, und so gaben sie uns ein Budget, ich bin erstmal in den Urlaub gefahren und als ich zurückkam hatte Bernd schon die ganzen Musiker zusammengesucht und eine Woche später sollte es schon losgehen. Die Jungs, die er ausgesucht hatte, waren nicht gerade Hamburger Schule kompatibel, ex-Jeremy Days war in meinen Kreisen nicht unbedingt die beste Referenz, aber sie waren klasse, das war einer der besten Erfahrungen, die ich im Studio gemacht habe, es war irgendwie so leise und einfach und da war eine Menge Respekt zwischen den Musikern, Bernd war einfach ein Schatz, Stefan Rager hatte diesen unglaublich zurückhaltenden Beat, Stefan Will spielte diese soulige Orgel und E-Piano, Frank Schmielchen, der Bassist war nur gut und dann war da noch Folke Jensen, der genau die Gitarre spielte, die ich hören wollte."