Tocotronic: Kapitulation

Das achte Album von 2008

Wieder einmal gingen die zum Quartett angewachsenen Tocotronic mit dem Produzenten Moses Schneider (Beatsteaks) in Berlin ins Studio. Man scheint sich richtig eingegroovt zu haben, denn wie gut diese Platte schon nach ein paar Sekunden tut, die mit dem polternden „Mein Ruin“ nicht besser eröffnet hätte werden können. Den verschwurbelten Fantasy-Wald des Vorgängers haben Tocotronic verlassen, jetzt wird zu konkrete Texten gerockt, und so gelöst klang die Gruppe um Sänger und Songschreiber Dirk von Lowtzow noch nie.

Der totale Kontrast zum Titel "Kapitulation", dem überragenden Werk ihrer Karriere, das den harten Momenten immer wieder eine intime Zartheit („Wir sind viele“, „Harmonie ist eine Strategie“) gegenüber stellt. Geblieben ist die vertraute Nein-Sager-Haltung, die Oppositionsrolle, in die sich Tocotronic begeben. Es herrscht zwar gute Laune im Land, das vor kurzem noch in Jammertränen ersaufen zu schien. Nichts gegen Aufschwung und Stimmungshoch, aber ist der Preis wie Dauerdruck im Beruf, Verlust der Selbstfindung, angepasstes Funktionieren, der Zerfall einer Solidargemeinschaft in immer gleichgültigere Einzelteile, eine sich ausbreitende Ängstlichkeit allem Fremden gegenüber nicht viel zu hoch? Alles keine Gründe für eine Kapitulation, aber mindestens Grund zum Insichkehren und Luftholen. Oder wie es in „Luft“ heißt: „Ja, ich habe heute nichts gemacht. Ja meine Arbeit ist vollbracht“.

A1 Mein Ruin
A2 Kapitulation
A3 Aus Meiner Festung
B1 Verschwör Dich Gegen Dich
B2 Wir Sind Viele
B3 Harmonie Ist Eine Strategie
C1 Imitationen
C2 Wehrlos
C3 Dein Geheimer Name
D1 Sag Alles Ab
D2 Luft
D3 Explosion

Tipp:
Auch die Nebenprojekte der vier Bandmitglieder lohnen sich. Sie sind oben rot verlinkt.

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