Trümmer / Zucker: Es Passiert Immer Irgendetwas - Split Music Cassette
Z U C K E R ! & TRÜMMER
Boypower trifft Angry Young Women: Zwei der spannendsten Hamburger Bands gehen gemeinsam auf Tour.
Vorab gibts eine auf 100 Stück limitierte MC mit je 2 Stücken der beiden tollen Bands (siehe Foto)
Z U C K E R !
Christin Elmar Schalko und Pola Lia Schulten heißen
nicht nur komisch, sie haben auch eine Band.
Einiges haben sie bereits vorher gemacht. Mit
anderen Leuten, allein, oder so. Aber heute ist jetzt
und die Band heißt: z u c k e r !. Ungelenk ist wieder
schick. Aber hinter dem Kokettieren mit Fehlern, mit
dem Strich durch die Rechnung und Trash blitzen
deutlich zwei Künstlerinnen auf, die sehr wohl
wissen, wie man einen guten Song macht. Trotzdem
oder gerade deshalb wird sowas wie "fuck you you
fucking fuckhole" zweistimmig, fahrig und hymnisch
auf Dur-Akkorde geschmettert. Alles first take -
behaupten die beiden zumindest. Und wollen
vermutlich sagen, es geht uns nicht darum, die
nächsten Genesis zu werden oder das Terrain der
abgehalfterten Indierock-Mucker auch nur mit dem
Arsch anzugucken. Es geht eher um einen Lob des
Direkten, des Machen. Charmanter und frecher hat
Hamburg doch schon ewig nicht mehr abgeliefert.
Sag Hallo zum dramatischen Riot-Girl-Ding -
zwischen Selbstermächtigungs-Blues und
Borderline-Party.
TRÜMMER
Während der Zynismus langsam das Gefühl
zermürbt und Coolness der einzige Weg zu sein
scheint, auf die Trostlosigkeit der selbst gewählten
Bedeutungslosigkeit zu reagieren, fordern Trümmer
das Bekenntnis zur Jugendlichkeit. In ihrem von
Shoegaze durchsetzten Postpunk geht es um Wut,
nicht gelebte Illusionen, um das, was es noch nicht
gibt und die verborgenen Wünsche einer Jugend. Es
geht darum, der Ereignislosigkeit etwas entgegen zu
setzen und nicht länger falschen Göttern zu dienen -
Angetrieben von der Feststellung: "Das ist nicht das
Ende der Geschichte, sondern ihr Anfang!" Trümmer
verbinden Schönheit und Gefahr in einer Sprache,
die das Jetzt durchtrennt wie ein scharfes Messer
den Sonntagsbraten. Schwankend zwischen
Euphorie und Selbstaufgabe verlieren sie sich dabei
nicht in klugen Floskeln, sondern begegnen der
Gegenwart mit einem auffordernden "Fuck You!" auf
den Lippen.
TRÜMMER sind Paul Pötsch (Gesang/Gitarre),
Tammo Kasper (Bass), Maximilian Fenski
(Schlagzeug).