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Moebius
Ding (Reissue)
LP

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Details

War auf Moebius’ Vorgängeralbum „Kram“ (2009) eine Mélange aus klaren, synthetischen Strukturen zu hören, dann könnte man den Nachfolger „Ding“ seinen Beitrag zum Industrial nennen. Viele Stücke entwickeln einen zyklischen, mechanischen Sog, allerdings immer im Bereich der Feinindustrie, ohne schweres Gerät. Kleine, unauffällige Apparate bringen seltsame Objekte hervor, während der Hörer durch die Fabrikhalle schlendert. Mit jedem Schritt ändert sich die Perspektive, entwickeln sich neue Verknüpfungen. Das wichtigste Instrument bei der Entstehung von „Ding“ war Moebis tragbarer Sample-Recorder/Looper. Die Freiheit, alle möglichen Geräusche aus der natürlichen (oder unnatürlichen) Welt festhalten zu können, muss eine sehr inspirierende Wirkung gehabt haben. Kantige Rhythmen, geisterhafte Stimmen, Audioschnipsel in Endlosschleife, das sind die Elemente, aus denen er ein wundersames Faksimile der Wirklichkeit schmiedet. Die Anbindung an das Irdische verleiht „Ding“ eine bemerkenswerte Tiefe, während Moebi das Ganze gleichzeitig auf meisterliche Art und Weise transparent werden lässt. So reichen selbst kleinste musikalische Komponenten aus, um scheinbar vollkommen
separate Elemente zu vereinen und daraus eine beglückende, im wahrsten Sinn des Wortes musikalische Erfahrung zu machen. Die einzelnen natürlichen, mechanischen und elektronischen Sounds werden so geschickt nebeneinandergestellt, dass die Musik nie den Lärm übertönt und dass der Krach kein einziges Mal die eigentümliche Poesie des Gesamtwerks ersticken kann. Alles in allem fühlt „Ding“ sich an wie eine kleine Revolution – Moebis absichtliche Flucht aus dem Soundspektrum seiner Synthesizer ist auch ein Akt der Befreiung. Die Vorstellung von nachbearbeiteten, einander überlagernden Geräuschaufnahmen
mag sich trocken und abstrakt anhören, aber eines ist klar: „Ding“ ist alles andere als trocken und abstrakt. An manchen Stellen ähneln d i e trabenden, synkopierten Pulsschläge den Polyrhythmen der afrikanischen Musik, gelegentlich fühlt man sich an Funk erinnert – aber nie in Vollendung, immer nur angedeutet, weil die Rhythmus- Loops fast immer ein wenig zu lang oder ein wenig zu kurz eingestellt sind. So unterbrechen sie absichtlich den „Groove“, der sich ansonsten womöglich eingestellt hätte. Man könnte zu dieser Musik vielleicht sogar tanzen, vorausgesetzt, man hat zwei unterschiedlich lange Beine. — Tim Story

Zusatzinformation

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Artikelart LP
Künstler Moebius
Label Bureau B
Ersch.-datum 16.06.2017
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