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Timo Blunck
Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern?
CD

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Details

„Ich bin der Pornograph des Phonographen, der Schelm des Chansons.“ (George Brassens)

„This brother is free, I'll be what I want to be." (Steely Dan)

„Wenn Steely Dan gewusst hätten, wofür ihre Musik gebraucht wird ... Timo Blunck hat den ersten Yacht-Rock-Porno
geschrieben!" (Rocko Schamoni)

„Erinnerst Du Dich noch, wie Du die Couch in Brand gesetzt hast? Ja klar, das klingt jetzt alles sehr romantisch, aber die
Vorstrafen sitz ich immer noch ab!“ (Timo Blunck)
November 2014: Ein ausverkauftes Konzert, ein glanzvolles Comeback. Die Zimmermänner spielen das Release-Konzert
zu ihrem Album „Ein Hund namens Arbeit“. Plötzlich sackt Timo Blunck zusammen, stechende Schmerzen. Blaulicht,
Krankenhaus … während die verbliebenen Zimmermänner Hits wie „Klein & Doof“, „Wir wollen keinen Ärger in dieser
Stadt“ oder „Die Nöte des feinen Mannes“ nunmehr ohne Blunck spielen, „The Show must go on“, ringt der sympathische
Komponist am anderen Ende der Stadt mit dem Tod: Darmverschluss, Not-OP, vier Wochen Krankenhaus, das volle
Programm. Kaum aus der Narkose erwacht, denkt auch Blunck: „The Show must go on“. Noch mit diversen Schläuchen
im Arm sowie im Darm bittet Blunck die Krankenschwester mit noch leicht zittriger Stimme um Zettel und Papier und
beginnt zu schreiben … und schreibt, zum Teil noch unter dem Einfluss starker und stärkster Narkose- und
Schmerzmittel, die ganzen vier Hospitalwochen durch. So eine Nahtoderfahrung, so wenig man so was anderen,
geschweige denn sich selbst wünscht, kann die Kreativität doch ziemlich befeuern. Muss man sich mal vorstellen: Eben
noch auf der Bühne, ausverkauftes Haus, schicker Anzug und jetzt im Krankenhaus-Doppelzimmer, geharnischt in eines
dieser entwürdigenden Krankenhausnachthemden. Da kommt man schon ins Grübeln. Zeit, Bilanz zu ziehen. Und
Blunck zog Bilanz: „Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern?“ ist seine musikalische Autobiographie. In ihrer Direktheit
ziemlich verstörend. Aber: „Das Leben ist zu kurz, um in Bildern zu sprechen.“ Recht hat der Blunck. Verstörend, aber
trotz Tod, schlechten Drogen, guten Drogen, kaputten Beziehungen und dem ganzen üblen Kram nie ohne Humor. Und
nicht nur textlich ist „Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern?“ eine Autobiographie, sondern auch musikalisch, Blunck
spielte alle Instrumente selbst ein. Vielleicht, weil die Songs so persönlich sind, so nah, so schmerzhaft?
Aber derartig prätentiöses, ja man möchte schon fast sagen deutschpoetenhaftes (was für ein Ekelwort, da schüttelts
einen ja, bitte um Verzeihung) Befindlichkeitsgetue liegt Blunck, wir ahnen es bereits, fern: „Bevor ich einem Mucker
seinen Part erklären muss, mach ich den Kram lieber selber“, so die etwas hemdsärmelige Auskunft. Und Blunck machte
„den Kram“ selber, nahm mit einer alten 8-Spur-Bandmaschine zu Herzen gehende Balladen („Koks & Nutten“, „Der
zärtlichste Psychopath“), New-Orleans-Soul-Yacht-Rock-Hybriden („Blöd“, „Angst essen Erbsenseele auf“) und Uptempo-
Funk (das Titelstück) auf, sparsam, aber dafür umso knalliger arrangiert. Überhaupt zieht sich ein recht starker New-
Orleans-Einfluss durch das ganze Album. Vermutlich, da Blunck jahrelang in „The Big Easy“ zu logieren pflegte. Eine
perfekte Umsetzung der Texte in Musik. Aber was soll das Gelaber? Hammerplatte!

Tracklisting
1. Der zärtlichste Psychopath
2. Ohne dich (kann ich mich nicht mehr selbst befriedigen
3. Koks & Nutten
4. Ich bat um Füße, er gab mir Flügel
5. Blöd
6. Erbsenseele
7. Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern
8. Fortpflanzungssupermarkt
9. Ich bremse nicht für Spießer
10. Da kann ich mich auch gleich mit Benzin übergießen
11. Ticket nach Danzig
12. In 80 Frauen um die Welt

Zusatzinformation

Artikelart CD
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Label Tapete Records
Künstler Timo Blunck
Ersch.-datum 02.03.2018
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