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Carsten "Erobique" Meyer
Tatortreiniger Soundtracks
CD Stecktasche

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Details

Ein äußerst wichtiger Tatort, der in der brillanten Serie „Der Tatortreiniger“ aber nie gezeigt oder gar gereinigt wird, befindet sich im traditionsreichen, legendären Hamburger Karolinenviertel. Hier, fast unter dem Dach eines mächtigen, typisch hanseatischen Klinkerbaus, befindet sich Carsten Meyers Zone. Oder wie soll man diesen Ort sonst nennen? Studio? Atelier? Werkstatt? Klanglabor? Wie auch immer man seinen Puff bezeichnen will, es ist ein besonderer Platz.

Alte Synthesizer und Orgeln wohin man blickt. Manche sehen aus wie schlechte Gebisse, mit abgebrochenen Tasten, aber sie röcheln noch. Da ist ein komplett mikrofoniertes Drumset, ein Bass, Gitarren. Kabelsalat schlängelt sich über mehrere Lagen orientaler Teppiche. An die Keyboards sind Stapel von Flohmarktplatten, Singles und LPs, gelehnt, die Bücherregale an den Wänden quellen über, viel Malerei, eigene und fremde Werke, bedeckt die Wände, in St. Petersburger Hängung. Betrachten kann man diese wundervolle Welt aus einem Korbsessel im Stil des Films „Emanuelle“.

Hier entstehen quasi das ganze Jahr hindurch, und das schon seit 2011, all die musikalischen Skizzen, Vignetten, Themen, Grooves und Fantasias, die dann irgendwann zu den ausformulierten, musikalischen Stimmungsbildern werden, die im „Tatortreiniger“ zu hören sind. Die ihren Teil dazu beitragen, dass „Der Tatortreiniger“ die wahrscheinlich beste deutsche Fernsehserie der Welt ist - mit Sicherheit, was die Musik betrifft.

Es war eine so naheliegende wie zauberhafte Idee, daraus endlich eine Auswahl zusammenzustellen und sie in einer schönen, von Meyer selbst gestalteten Hülle und auf seinem eigenen Label, Asexy, zu veröffentlichen. Die Songs präsentieren sich nun fast ähnlich einem Mixtape, nur halt nicht gemixt, sondern wie früher, ein Song nach dem anderen. Carsten Meyer verkörpert in diesem Fall jede Band. Man kann damit z.B. ins Strandbad gehen oder allein in den Park. Im Verlauf der 20 Stücke hört man eine Menge ganz unterschiedlicher Musiken, aus ganz verschiedenen Pop-Epochen, alle wie aus dem Ärmel geschüttelt. Was für eine magische Teppichreise! Was für ein unterhaltsames Spektakel!

Nach der flotten Erkennungsmelodie im Stile einer Sixties-Serie wird es zunächst quasi schwarzweiß: melodramatische Spinett-Barock-Pop, inspiriert vom französischen Film ca. 1965-68, von Komponisten wie Francois De Roubaix und natürlich auch, klar, Henry Mancini.

Im folgenden ein paar Notizen und mögliche Catchphrases:


„Schottys Traum“: das ist lässig, das ist Existentialisten-Popjazz.

„Der Amtschimmel“ schleppt sich dahin, mit einer träge tickenden Uhr als Taktgeber.

„Emma“ ist cosmic.

„Clouds Of Ecstasy“ ist im Prinzip ein Megabrett von HipHop-Instrumental, das noch auf seinen Rapper wartet.

„Schotty In Manchester“ klingt, logisch, wie ein Song aus dem Madchester der frühen 90er Jahre, man meint den Song der Happy Mondays/Charlatans/Inspiral Carpets/Flowered Up zu erkennen, kann aber nicht mit dem Finger darauf zeigen.

„Meditation“ ist sehr ruhig, wie Satie in Slo-Mo. Danach wird es mit „Scheibenwischer“ aber so richtig groovy, und „Fly, Heli, Fly“ könnte sogar ein veritabler Dark-Italo-Discohit sein, wenn es nur länger als zwei Minuten wäre!



Arne Feldhusen ist von der Zusammenarbeit mit Carsten Meyer entzückt: „Ich bin immer gerne nah dran an der Musik. Es gibt nichts Besseres nach einem langen Drehtag, als bei Carsten im Studio abzutauchen.“ Die langen Sessions „in the zone“ sind für den renommierten Regisseur ein Hochgenuss. „Es ist einfach immer wieder faszinierend, wie der das aus den Ärmeln schüttelt. Zum Glück haben wir einen sehr ähnlichen Musikgeschmack. Alle paar Monate gibt er mir einen Harddrive mit seinen neusten Skizzen und Ideen, die er sich da in seiner Bude ausdenkt. Damit arbeiten ich und der Cutter dann schon mal vor, und den Feinschliff machen wir dann bei ihm.“ Feldhusens bescheidene Kenntnisse an der Schießbude reichen zwar leider nicht, um bei diesen eleganten One-Man-Jams mitjammen zu können - aber der ehemalige DJ ist immerhin ein passabler Pfeifer, so etwa zu hören auf dem „Ameisenmarsch“.


Mal harmoniert die Musik mit den Szenen, mal kontrastiert sie sie. Hört man sie als Album, kann man sich seine eigenen Szenen denken. Wie schön, dass Carsten Meyer diesen Ort gefunden hat, an dem er seine vielen musikalischen Obessionen ausleben und unterbringen kann. Vielen besser bekannt als Erobique, ist er zwar seit Äonen einer der am härtesten arbeitenden Männer im Showgeschäft, gleichzeitig gibt es von kaum einem vergleichbar sensationellen und produktivem Künstler so wenig greifbare Tonträger. Die „Tatortreiniger“-Compilation bringt gleichsam einen Überblick über sein Schaffen in den letzten Jahren wie auch einen über seine innigsten Vorlieben und Talente - manche langgehegt, andere eher frisch entwickelt. Bei einer gemeinsamen Session konnte ich mich z.B. persönlich davon überzeugen, was für ein tighter Drummer Carsten Meyer inzwischen geworden ist!


Wir warten also schon freudig erregt auf Volume 2.


Hans Nieswandt








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Zusatzinformation

Artikelart CD Stecktasche
Empfehlung Ja
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Label A-Sexy
Künstler Carsten "Erobique" Meyer
Ersch.-datum 09.11.2018
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